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Unser MelangeABC dient dazu bemerkenswerte Betrachtungen, Anmerkungen, Ein- und Ausblicke über Nachhaltigkeit & Beratung, Organisationen & Kommunikation - und was fiele nicht darunter in unserer durchorganisierten, um Nachhaltigkeit ringenden Welt - zu sammeln und auszutauschen. Es ist nie fertig, sondern ein konstantes Work in Progress. Dies ist erst der Anfang! Beiträge unserer KooperationspartnerInnen und FreundInnen sind willkommen! Im Falle dieses Falles bitte ein Mail an schrader@melangeC.at

Vision und Mission

(ausgesprochen 'wischen und 'mischen) verwischen und vermischen sich leider leicht zu schwammigen Leitbildern, die sowohl intern als auch extern leicht Unbehagen (manifestiert sich zumeist in distanzierendem Schulterzucken) hervorrufen.
Während die Mission den Zweck einer Organisation beschreibt, wofür es sie gibt, manifestiert sich in der Vision ein wünschenswertes Zukunftsbild. Beide sind wichtige Orientierungsgeber, aber auch auf der Autobahn sind Geschwindigkeitsbeschränkungen und Distanzangaben nicht einfach auf einem Schild wild übereinander gedruckt.

Keine Organisation ist dazu da, Marktführer zu werden - eine Vision kann das schon sein, ob eine sehr nachhaltige, sei dahingestellt. Visionen sind attraktive Herausforderungen - für die Organisation selbst, aber Visionen sind keine Versprechen an Kunden (Motto: wir verprechen Euch, Marktführer zu werden, damit ihr auf jeden Fall bei uns einkauft und nicht beim Konkurrenten) - auch weil kein vernünftiger Mensch einen bestimmten zukünftigen Erfolg versprechen kann.

Die Mission dagegen ist die wichtigste Klammer der Organisation nach innen und nach aussen, und sie formuliert ein Versprechen, das a)für die Kunden, Auftraggeber, Klienten etc relevant ist und b)ab sofort eingelöst werden kann. Denn eine gute Mission sagt nur: [das} sehen wir als unsere Hauptaufgabe, [dafür] sind wir da, wir versprechen, dass wir [darauf] unser Hauptaugenmerk richten.

Erschwerend kommt hinzu, dass selbst Missionen in veränderlichen Umwelten nicht immer gleich bleiben. "Organisationen sind auf der Suche nach Fragen vagabundierende Lösungen" heisst das bei Fritz Simon.

PS. Zusätzlich verwirrend kann allerdings sein, dass Visionsübungen auch dabei helfen können, die Mission zu schärfen. Das sollte nachher aber wieder gut differnziert werden, einmal brainstormen "wie hätt' ma's denn gern?" und das Ergebnis auf die Homepage stellen ist leider zu wenig.(os)

Widerstand

Widerstand ist ein Phänomen, das dann auftritt, wenn Energien der Beteiligten blockiert sind. Wenn der Moderator auf etwas trifft, dass sich wie Widerstand anfühlt, dann sollte er mit höchster Aufmerksamkeit zu Werke gehen, denn auch wenn es im Moment unangenehm sein mag, hier liegt das Gold der Energie der Gruppe verborgen. Wer nicht dagegen ankämpft, sondern den Weg findet, die sich darin äussernde Energie einzubinden, erlebt zumeist einen Qualitätssprung der Zusammenarbeit. (Gunther Schmidt würde sagen: es gibt keine Störungen, sondern nur Äusserungsformen berechtigter Anliegen)

W. wird auch von der Methode des >systemischen Konsensierens benutzt um qualitätsvolle demokratische Entscheidungen herbeizuführen. Grundprinzip ist das Messen des Gruppenwiderstandes in Bezug auf zur Entscheidung stehende Vorschläge, sowie die Reihung der vorgeschlagenen Lösungen entgegengesetzt proportional zum Widerstand, den sie auslösen. Praktikable Methode der demokratischen Entscheidung oder Entscheidungsvorbereitung in Gruppen, das sowohl Mehrheitsentscheidungen als auch das herkömmliche Konsensprinzip ineffizient und kontraproduktiv aussehen lässt. (siehe www.sk-prinzip.at)(os)

Wirklichkeit

Gibt es sie wirklich, die Wirklichkeit? Oder konstruieren wir sie uns selber nach Bedarf? Wir fragen Christian Morgenstern und dieser antwortet:

"Tief im dunklen Walde steht er
und auf ihm mit schwarzer Farbe,
dass des Wandrers Geist nicht darbe:
Dreiundzwanzig Kilometer.

Seltsam ist und schier zum Lachen,
dass es diesen Text nicht gibt,
wenn es keinem Blick beliebt,
ihn durch sich zu Text zu machen.

Und noch weiter vorgestellt:
Was wohl ist er - ungesehen?
Ein uns völlig fremd Geschehen.
Erst das Auge schafft die Welt."

Christian Morgenstern, Der Meilenstein (ws)

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